Nvidia übertrifft Gewinnerwartungen, während die Debatte um KI-Investitionen anhält
Die Märkte beobachteten Nvidias Quartalszahlen auf Anzeichen dafür, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur nachlassen könnten.
Stattdessen lieferte das Unternehmen erneut ein Rekordquartal ab.
Der Umsatz stieg sprunghaft an, die Margen blieben stabil und der Ausblick lag deutlich über den Erwartungen. Viele Analysten sagen, dass die Ergebnisse die Stärke des KI-Infrastrukturzyklus untermauern – auch wenn Fragen zur Bewertung und Konzentration bestehen bleiben.
Umsatz steigt um 73 %, angetrieben durch Nachfrage nach Rechenzentren
Für das am 25. Januar 2026 beendete Quartal meldete Nvidia einen Umsatz von 68,1 Milliarden. Das entspricht einem Anstieg von 73 % gegenüber dem Vorjahr und einem Plus von 20 % gegenüber dem Vorquartal. Der Non-GAAP-Gewinn je verwässerter Aktie erreichte 1,62 und lag damit über den Schätzungen.
Der Großteil des Wachstums entfiel auf den Bereich Rechenzentren. Das Segment erzielte rund 62,3 Milliarden, mehr als 70 % mehr als im Vorjahr.
Die Nachfrage von großen Cloud-Anbietern blieb stark. Auch Unternehmen und Kunden aus dem öffentlichen Sektor investierten weiterhin in KI-Infrastruktur. Die Non-GAAP-Bruttomargen blieben hoch und spiegeln die Preissetzungsmacht über Nvidias KI-Plattformen und das Software-Ökosystem wider.
Das Fazit: Die Nachfrage zeigt bislang keine klaren Anzeichen einer Abschwächung.
Breite der Ausgaben mindert kurzfristige Abschwächungsängste
Vor der Veröffentlichung stellten sich einige Investoren die Frage, ob die KI-bezogenen Investitionen nach einem starken Jahr 2025 ihren Höhepunkt erreicht hätten.
Das Management beschrieb stattdessen einen strukturellen Wandel in der Nachfrage nach Rechenleistung, getrieben durch eine breitere Einführung von KI.
Mehrere Faktoren stachen hervor:
- Hyperscale-Cloud-Anbieter bleiben zentrale Abnehmer von Rechenzentrumsprodukten.
- Investitionen in souveräne KI und Unternehmensinfrastruktur wachsen weiter.
- Der Umsatz im Bereich Netzwerktechnik wächst rasant, was den Bedarf widerspiegelt, große KI-Chip-Cluster effizient zu verbinden.
Die Mischung aus Hyperscalern, Unternehmen und souveräner Nachfrage deutet darauf hin, dass die Ausgaben nicht auf eine einzige Quelle konzentriert sind. Das ist für Trader wichtig, die die Nachhaltigkeit des Zyklus bewerten.
Ausblick übertrifft Markterwartungen
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostizierte Nvidia einen Umsatz von 78,0 Milliarden, plus oder minus 2 %.
Die Konsensschätzungen vor den Zahlen lagen im unteren Bereich von 72 Milliarden. Die Prognose lag somit deutlich über dem, was die Märkte eingepreist hatten.
Das Management hob außerdem hervor:
- Fortlaufende langfristige Liefervereinbarungen.
- Starke Profitabilität und Cashflow-Generierung im Geschäftsjahr 2026.
- Laufende Investitionen in Next-Generation-Plattformen wie Blackwell und Rubin.
Makroökonomische Bedingungen, Regulierung und Wettbewerb bleiben Unsicherheitsfaktoren. Die kurzfristigen Nachfragerwartungen bleiben jedoch hoch.
Marktreaktion: Volatilität nimmt ab, KI-Momentum bleibt bestehen
Nvidias Ergebnisse galten als wichtiger Test für den breiteren KI-Handel.
Die Aktien stiegen nach der Veröffentlichung. Auch andere technologieorientierte KI-Unternehmen verzeichneten in der folgenden Sitzung wieder verstärktes Interesse.
Aus Handelssicht waren mehrere Dynamiken sichtbar:
- Die Ereignisvolatilität schien nach dem Gewinnanstieg nachzulassen, da die implizite Volatilität, die sich vor der Veröffentlichung aufgebaut hatte, zurückging.
- Großkapitalisierte US-Tech-Benchmarks spiegelten die Bewegung wider, angesichts von Nvidias Einfluss in technologiegewichteten Indizes.
- Trader beobachten weiterhin die Sektorkonzentration, da eine kleine Gruppe KI-getriebener Unternehmen erhebliches Gewicht auf die Indexentwicklung hat.
Die unmittelbare Reaktion deutet darauf hin, dass das bullische KI-Momentum intakt bleibt.
Ein neuer Referenzpunkt für den KI-Zyklus
Nvidias Quartal beendet nicht die Debatte über die langfristige Nachhaltigkeit der KI-Investitionen.
Aber es liefert ein klares Signal für die nahe Zukunft. Ein führender Anbieter von KI-Hardware meldet weiterhin starkes Umsatzwachstum und gibt eine Prognose über dem Konsens ab.
Derzeit stützen die Daten die Ansicht, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur stabil bleiben. Ob dieses Tempo gehalten werden kann, hängt von den zukünftigen Gewinnzyklen ab – und davon, ob sich die Nachfrage über die aktuellen Marktführer hinaus weiter ausbreitet.
Die angegebenen Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.